Königlich bayerische Radltour

klP1090955Warum statt von Nord nach Süd nicht einmal von West nach Ost über die Alpen biken?
Auf schönen Trails, mit gemütlichen Hütten, die Zugspitze und Watzmann verbinden. Den Herbst genießen mit all seinen schönen Farben.

Am Sonntag, den 01.10. trafen wir uns um 7:00 Uhr zur Abfahrt mit dem Bus am Jahnparkplatz. Schnell waren die Räder verladen und los ging es zum Ausgangspunkt der Straußbergalm bei Peiting. Nichts war es mit herbstlichen Feeling denn es ging los im strömenden Regen, der später in Nieselregen überging. Bis kurz vor Bad Bayersoien fuhren wir auf Radwegen und haben uns dann durchs Gelände nach Unterammergau geschlagen. Die nassen Wurzeln auf den Trails waren höllisch glatt, so dass doch leider häufiger schieben angesagt war. Über Ettal, später an der Loisach entlang ging es dann nach Garmisch. Dort haben wir beim Italiener Mittagspause gemacht und uns aufgewärmt, während draußen der Regen wieder zunahm.


Dann ging es weiter am Skistadion vorbei, auf heftig steiler Teerstraße, weiter über Forststrecken und später auf einem Single Trail hinauf zur Reintalangerhütte. Trotz des bescheidenen Wetters war die Hütte voll belegt und die Platzverhältnisse etwas beengt.

Nach etwas unruhiger Nacht im Matratzenlager steht an diesem Tag eine Hammeretappe an. Wetterstein- und Karwendelcross auf einen Streich, inclusive Bike-Klassiker wie Karwendelhaus und Ahornboden. Los ging es am nächsten Morgen auf demselben Single Trail zurück Richtung Partnachklamm. Der Unterschied war, dass der Himmel blitzeblau und die Berggipfel schon sonnen-beschienen waren. Über Elmau vorbei am Ferchen- und Lautersee ging es hinab nach Mittenwald. Weiter nach Scharnitz und dann die lange Anfahrt und Aufstieg zum Karwendelhaus. Dort kurze Pause gemacht und dann ging es hinab zum kleinen Ahornboden, durch das Johannistal bis zum großen Ahornboden. Von dort mussten wir noch die knapp 600 hm zur Plumsjochhütte überwinden. Von weitem sichtbar thront dieses Hexenhäuschen über dem Rissbachtal im Herzen des Karwendels und wir waren froh es am Abend nach 80 km und 2000 hm es erreicht zu haben. Das Abendessen war prima und die Übernachtung im Vierbettzimmer des neu errichteten Stadels, deutlich ruhiger.

Tag Nummer drei sollte mit 1350 hm, dazu zahme und breite Fahrbahnen kein Problem sein, denkt man beim Blick auf die Karte. Aber die Kombination aus 93 km und elend zähen Anstieg zur Gufferthütte und Ackernalm sollte uns laut Tourenbericht uns doch einiges an Körnern kosten.
Die steile Abfahrt vom Plumsjochsattel durch das Gerntal hinab nach Pertisau hatten wir gut gemeistert. Dann fing es an zu regnen. Kurzen Stopp eingelegt und uns entschlossen, dass wir Plan B mit weniger Höhen- und Kilometern fahren. Mit der Weiterfahrt rund um den Achensee nahm der Regen weiter zu und ab Achenkirch kübelte es wie aus Eimern. Nächster Zwischenstopp in einem Café eingelegt und uns erstmal entwässert. Die Bedienung empfahl uns, den nächsten Bus nach Jenbach zu nehmen und dann mit dem Zug nach Oberaudorf zum nächsten Quartier zu fahren. Der Busfahrer hatte bei dem Wetter, Mitleid mit uns und nahm uns entgegen seinen Bestimmungen mit und so waren wir am frühen Nachmittag schneller am Hotel Lambacher als wir morgens gedacht haben. Wir bekamen sogar unsere Wäsche gewaschen und auch das Abendessen im Gasthaus Alpenrose gegenüber war echt prima.

Das Wetter hatte sich beruhigt und so ging es am nächsten Morgen weiter nach Niederndorf und dann hinauf über Sachrang bis nach Aschau. Auf dem Weg dorthin hatten wir tolle Ausblicke, unteranderem auch auf das schöne Schloss Hohen Aschau. Während des Aufstiegs zur Maisalm rauscht der Lochbach neben uns in Kaskaden den Berg hinab und die Sonne lässt den Wald in tollen Herbstfarben schillern. Die Auffahrt erweist sich dann auch so steil, das teilweise geschoben werden muss. Vorbei geht es an Schmied- und Maureralm hinunter durch den Bachgraben weiter an mehreren Almen vorbei und plötzlich kommen wir aus dem Wald und vor uns liegt der phantastische Ausblick auf den Chiemsee und seine Umgebung. Nachdem wir den Ausblick ausreichend genossen haben, geht es weiter bis zur Hefteralm wo wir eine Mittagspause einlegen. Auf der Alm werden wir mit einer köstlichen Kartoffel-Gemüsesuppe und einen ebenso hervorragenden Kaiserschmarrn von netten Mädels versorgt. Danach führt uns der Weg hinunter nach Marquartstein ins Dorfzentrum, welches mit aufwendig bemalten Häusern aufwartet. Über die Tiroler Ache geht es und einen breiten Fahrweg dem Schild „Hochgernhaus“ folgend steil bergauf. Zwischenzeitlich einen steilen Stich bergaufschiebend erreichen wir dann das Wirtshaus Gschwendt und über einen immer steiler und schmaler werdenden Karrenweg geht es hinauf zum Hochgernhaus (1510 m).
Der Ausblick von der Terrasse entschädigt dann voll für die Mühen des Anstiegs, den wir uns mit einem Weizen belohnt haben. Der Blick reicht von den Loferer Steinbergen über Großvenediger bis zum Wilden Kaiser um nur einige der unzähligen Gipfel zu nennen. Auch das Alpenglühen am Abend war beeindruckend. Am eingeheizten Kachelofen ließ es sich dann gut aushalten, dafür war das Abendessen eher bescheiden.

Endspurt nach Berchtesgaden. Da sich eine Schlechtwetterfront für den Abend mit Schneefall auf unter 1000 m angekündigt hatte, haben wir beschlossen, die Tour um einen Tag zu verkürzen und auf die Auffahrt zur Gotzenalm (1710 m) zu verzichten. So geht es am nächsten Morgen über Jochbergalm auf schönem Trail hinunter zum Weit- und Mittersee und dann bis zum Biathlonzentrum in Ruhpolding. Hier machen wir eine kurze Rast, bevor uns wieder die Route über die Grenze ins Nachbarland Österreich führt. Das Wetter ist uns hold und lässt den Wald in allen Farben schillern. Bevor das Mittagsziel im Heutal erreicht ist, wartet noch ein besonderes Schmankerl „der Staubfall“ auf uns. Es donnert, zischt und spritzt, als wir Biker, im Gänsemarsch unsere Räder den Trail hoch-und dann sie direkt unter dem Wasserfall durchschieben.
Nachdem wir uns mit Kuchen und Cappuccino auf der Sonnenterrasse des Gasthof Heutals gestärkt haben, geht es über die grüne Grenze zurück nach Bayernland – und auf einen einsamen Waldweg hinauf zur Schwarzbachwacht. Hinunter geht es über Ramsau weiter bis zum Endziel der Bahnhof von Berchtesgaden.
Wir wollen uns nur vorweg die Fahrkarten besorgen und dann noch etwas zu Essen einkaufen für die Rückfahrt. Dann müssen sie sich aber beeilen, teilt uns am Schalter die Dame mit, der letzte Zug für heute geht in 6 Minuten und dann fahren nur noch Ersatzbusse, die uns nicht mitnehmen. So wurde es eine überraschend schnelle Heimfahrt. In München dann am Bahnhof mit Leberkässemmel und einer Halben in den Zug nach Augsburg gewechselt. Ein würdiger Abschluss dieser königlich-bayerischen Radltour.

Teilnehmer: Angelika, Fritz, Manfred und Bernd

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